Bei einem Blackout kann das Auto plötzlich wichtiger werden als im normalen Alltag. Es bringt dich zu Angehörigen, zum Arzt oder zu einem vereinbarten Treffpunkt. Doch genau dann kann ein Problem auftreten, das viele unterschätzen: Eine Tankstelle hat zwar Kraftstoff im unterirdischen Tank, aber ohne Strom funktionieren Zapfsäulen, Kassensysteme und Kartenzahlung oft nicht. Wer erst mit fast leerem Tank losfährt, kann deshalb schnell stranden.
Die einfachste Vorsorge lautet: Fahre dein Fahrzeug im Alltag nicht ständig bis zur Reserve leer. Ein sinnvoller Richtwert ist, den Tank möglichst nicht dauerhaft unter etwa die Hälfte fallen zu lassen. Das bedeutet nicht, dass du aus Angst ständig nachtanken oder große Mengen Kraftstoff lagern sollst. Es schafft lediglich einen Puffer, wenn Tankstellen vorübergehend geschlossen sind, der Strom ausgefallen ist oder sich lange Warteschlangen bilden.
Auch Bargeld gehört ins Fahrzeug oder in die Notfallreserve. Selbst wenn eine Tankstelle mit Notstrom weiterarbeiten kann, bedeutet das nicht automatisch, dass Kartenterminals, Internetverbindung oder Zahlungsdienstleister funktionieren. Kleine Scheine können dann den Unterschied machen. Verlasse dich trotzdem nicht darauf, dass jede Tankstelle bei einem großflächigen Blackout geöffnet bleibt.
Plane außerdem, welche Fahrten wirklich notwendig wären. Während eines größeren Stromausfalls können Ampeln ausfallen, Kreuzungen unübersichtlich werden und Straßen durch Staus oder Einsatzfahrzeuge blockiert sein. Das Auto sollte deshalb nicht für unnötige Erledigungen genutzt werden. Schreibe wichtige Ziele auf: Angehörige, Arzt, Apotheke, Treffpunkt oder ein möglicher Ausweichort. Eine Papierkarte oder zumindest eine vorher gespeicherte Offline-Karte hilft, wenn mobile Daten und Navigation nicht mehr zuverlässig funktionieren.
Wer ein Elektroauto fährt, hat ein ähnliches Problem in anderer Form. Eine öffentliche Ladesäule benötigt ebenfalls Strom und Kommunikation. Deshalb sollte auch ein Elektrofahrzeug nicht ständig mit sehr niedrigem Akkustand abgestellt werden. Wer zu Hause laden kann, sollte wissen, ob die Wallbox bei Netzausfall vollständig abschaltet – was aus Sicherheitsgründen normalerweise der Fall ist – und nicht davon ausgehen, dass eine Photovoltaikanlage automatisch weiter Strom liefert.
Kraftstoff auf Vorrat zu lagern kann sinnvoll erscheinen, bringt aber zusätzliche Risiken. Verwende ausschließlich dafür zugelassene, dicht verschließbare Kraftstoffbehälter und beachte die geltenden Lager- und Brandschutzregeln. Benzin oder Diesel gehören niemals in Getränkeflaschen, offene Gefäße oder improvisierte Kanister. Lagere Kraftstoff nicht in Wohnräumen und niemals in der Nähe von Flammen, Heizgeräten oder anderen Zündquellen.
Das Fahrzeug selbst kann während eines Stromausfalls begrenzt als Energiequelle dienen. USB-Anschlüsse oder ein geeigneter 12-Volt-Adapter können beispielsweise ein Telefon oder kleine Geräte laden. Dabei muss jedoch die Fahrzeugbatterie im Blick bleiben. Noch wichtiger: Lass einen Verbrennungsmotor niemals in einer Garage, Tiefgarage oder einem anderen geschlossenen Raum laufen. Kohlenmonoxid ist unsichtbar, geruchlos und kann tödlich sein.
Denke auch an eine Alternative zum Auto. Ein Fahrrad, ein funktionierender Kinderwagen, ein kleiner Handwagen oder einfach gute Schuhe können bei kurzen Wegen wertvoller sein als ein Fahrzeug im Stau. Familien sollten außerdem vorher klären, wer welches Fahrzeug nutzt und ob jeder wichtige Fahrer weiß, wo Schlüssel, Bargeld und notwendige Dokumente liegen.
Mach zum Schluss einen einfachen Mobilitäts-Check: Ist der Tank oder Akku ausreichend gefüllt? Liegt etwas Bargeld bereit? Kennst du wichtige Wege auch ohne Online-Navigation? Gibt es eine Alternative für kurze Strecken? Wer diese vier Fragen vor einem Blackout beantworten kann, ist nicht unabhängig von Tankstellen und Stromnetz – aber deutlich weniger davon überrascht.
Ratgeber
Allgemein
14.08.2026
Tank voll, Zapfsäule tot: So bleibst du beim Blackout mobil
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