Die Stromversorgung auf den zentralphilippinischen Visayas bleibt angespannt. Am Mittwoch, dem 19. August 2026, setzte die National Grid Corporation of the Philippines (NGCP) das regionale Stromnetz erneut auf Rot-Alarm. Für die Zeit von 18 bis 19 Uhr Ortszeit wurde die höchste Warnstufe ausgerufen. Davor galt von 17 bis 18 Uhr Gelb-Alarm, danach sollte die gelbe Warnstufe bis 22 Uhr weiterlaufen.
Nach Angaben des Netzbetreibers standen für den erwarteten Spitzenbedarf von 2.481 Megawatt genau 2.481 Megawatt verfügbare Erzeugungsleistung zur Verfügung. Damit war praktisch keine Reserve mehr vorhanden. Ein Rot-Alarm bedeutet auf den Philippinen, dass die verfügbare Stromversorgung nicht ausreicht, um gleichzeitig die Nachfrage und die notwendige Regelreserve des Übertragungsnetzes sicher abzudecken. In dieser Situation können Versorger angewiesen werden, einzelne Gebiete zeitweise vom Netz zu nehmen, damit das Gesamtsystem stabil bleibt.
Mehrere Probleme treffen derzeit gleichzeitig zusammen. Die großen Kohlekraftwerksblöcke Therma Visayas 1 und 2 stehen nicht zur Verfügung. Zusätzlich sind die Stromimporte aus Mindanao begrenzt, weil dort ebenfalls Kraftwerke ausgefallen sind und die Nachfrage hoch ist. Für den Abend wurde außerdem ein zusätzlicher Anstieg des Bedarfs prognostiziert. Zwei kleinere Einheiten von Power Barge 101 mit jeweils 5,6 Megawatt fielen ebenfalls aus.
Besonders deutlich wird die Belastung bei der Summe der nicht verfügbaren Leistung. NGCP bezifferte sie am Mittwoch auf 819,6 Megawatt. Elf Kraftwerke befanden sich allein seit August in einem ungeplanten Ausfall. Weitere Anlagen sind bereits seit früheren Monaten oder sogar Jahren nicht verfügbar, während zwölf Kraftwerke nur mit reduzierter Leistung laufen.
Lokale Medien berichteten deshalb erneut über Brownouts und geplante sogenannte Manual-Load-Dropping-Maßnahmen. Dabei werden einzelne Versorgungsbereiche für begrenzte Zeit abgeschaltet, um zu verhindern, dass eine Überlastung zu einem größeren Netzzusammenbruch führt. Auf Negros wurden für den 19. August entsprechende Abschaltpläne veröffentlicht.
Der aktuelle Alarm ist kein isolierter Zwischenfall. Das Visayas-Netz wurde in den vergangenen Tagen wiederholt auf Rot gestellt. Wiederkehrende Kraftwerksausfälle, begrenzte Stromimporte und hohe Nachfrage lassen die Sicherheitsreserve immer wieder auf ein kritisches Niveau sinken.
Für Haushalte und Betriebe bedeutet die Lage vor allem, dass kurzfristige Stromunterbrechungen weiterhin möglich sind. Wer in den betroffenen Regionen lebt, sollte Akkus und Powerbanks geladen halten, Kühlgeräte während einer Abschaltung möglichst geschlossen lassen und empfindliche Elektronik nach der Rückkehr der Versorgung erst wieder anschließen, wenn das Netz stabil arbeitet. Der Fall zeigt auch, warum kontrollierte Teilabschaltungen eingesetzt werden: Sie sollen verhindern, dass aus einem regionalen Engpass ein wesentlich größerer Blackout entsteht.
Quellen / Sources:
https://www.gmanetwork.com/news/money/economy/999105/visayas-power-grid-red-alert/story/
https://cebudailynews.inquirer.net/758813/another-day-of-brownouts-as-visayas-grid-faces-its-10th-red-alert
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19.08.2026
Philippinen am Stromlimit: Visayas erneut im Rot-Alarm – Abschaltungen am Abend
Das Stromnetz der Visayas wurde am 19. August erneut auf Rot-Alarm gesetzt. Fehlende Kraftwerksleistung und begrenzte Importe erhöhen das Risiko rotierender Stromabschaltungen.