Ein Stromausfall dauert manchmal nur wenige Minuten. Wer in diesem Moment im Aufzug steht, erlebt ihn trotzdem sehr direkt: Das Licht kann auf Notbeleuchtung umschalten, die Kabine bleibt stehen und die Türen öffnen sich möglicherweise nicht. Besonders unangenehm wird die Situation, wenn der Aufzug zwischen zwei Stockwerken stoppt. Genau dann ist es wichtig, nicht selbst zum Retter werden zu wollen.
Wenn der Aufzug stehen bleibt, drücke zuerst die Alarm- oder Notruftaste und folge den Anweisungen, die im Aufzug angebracht sind. Viele Anlagen verfügen über eine Sprechverbindung oder ein Notrufsystem. Funktioniert dieses nicht und hast du Mobilfunkempfang, kontaktiere den Betreiber, die Hausverwaltung oder im Notfall die örtlichen Rettungsdienste. Teile mit, in welchem Gebäude du bist, welcher Aufzug betroffen ist und wie viele Personen sich in der Kabine befinden.
Versuche niemals, die Türen mit Gewalt aufzudrücken oder zwischen zwei Etagen aus der Kabine zu klettern. Auch eine teilweise geöffnete Tür ist keine Einladung zum Aussteigen. Der Aufzug kann sich unerwartet bewegen, wenn Strom oder eine Ersatzversorgung zurückkehrt. Die sichere Befreiung gehört deshalb in die Hände von geschultem Fachpersonal oder Rettungskräften.
Bleibe möglichst ruhig in der Kabine. Springen, heftiges Rütteln oder gemeinsames Drücken gegen Türen bringt keinen Vorteil. Wenn mehrere Personen eingeschlossen sind, hilft es, Aufgaben zu verteilen: Eine Person hält Kontakt über den Notruf, eine andere prüft Mobilfunkempfang und eine weitere achtet auf Kinder, ältere Personen oder Menschen, denen die Enge gesundheitlich Probleme bereitet. Besteht eine akute medizinische Gefahr, muss dies beim Notruf ausdrücklich genannt werden.
Auch für Personen außerhalb des Aufzugs gilt: Türen nicht gewaltsam öffnen und keine improvisierte Befreiung versuchen. Informiere Hausverwaltung, Aufzugsdienst oder Rettungskräfte und sprich, wenn möglich, mit den eingeschlossenen Personen. Schon die Information, dass Hilfe organisiert ist, kann die Situation deutlich erleichtern.
Wer in einem Hochhaus wohnt, sollte bereits vor einem Blackout überlegen, was ein Aufzugsausfall bedeutet. Menschen mit eingeschränkter Mobilität benötigen möglicherweise einen individuellen Plan mit Angehörigen, Nachbarn oder der Hausverwaltung. Dabei geht es nicht darum, jemanden ohne Ausbildung über viele Stockwerke zu tragen, sondern vorher zu klären, wer erreichbar ist, welche sicheren Aufenthaltsmöglichkeiten bestehen und welche Hilfe im Ernstfall angefordert werden kann.
Beginnt ein Stromausfall, während du noch außerhalb des Aufzugs bist, benutze nach Möglichkeit die Treppe. Das gilt besonders dann, wenn das Licht bereits flackert, die Stromversorgung mehrfach kurz aussetzt oder Gebäudetechnik offensichtlich instabil reagiert. Eine Taschenlampe oder Stirnlampe gehört deshalb nicht nur in die Wohnung, sondern sollte auch schnell erreichbar sein.
Nach der Rückkehr des Stroms muss ein Aufzug nicht automatisch sofort wieder normal funktionieren. Manche Anlagen starten selbstständig neu, andere bleiben außer Betrieb oder müssen kontrolliert werden. Zeigt der Lift Fehlermeldungen, reagiert ungewöhnlich, öffnet nicht sauber auf Etagenhöhe oder wurde vom Betreiber gesperrt, benutze ihn nicht und melde die Störung.
Zur Blackout-Vorsorge in Mehrfamilienhäusern gehört deshalb ein kleiner Aufzugsplan: Notrufnummer des Betreibers kennen, Taschenlampe bereithalten, Treppenwege kennen und mit Personen sprechen, die ohne Lift nur schwer ihre Wohnung verlassen können. Ein steckengebliebener Aufzug ist unangenehm. Gefährlich wird die Situation vor allem dann, wenn Menschen aus Ungeduld vorschnell versuchen, sich selbst ohne Hilfe zu befreien.
Ratgeber
Allgemein
16.08.2026
Plötzlich zwischen zwei Stockwerken: Was tun, wenn beim Blackout der Aufzug stehen bleibt?
Bleibt der Aufzug bei einem Stromausfall stehen, ist Selbstbefreiung die falsche Reaktion. So setzt du den Notruf ab, wartest sicher auf Hilfe und bereitest dein Wohnhaus vor.