Wenn im Winter bei einem längeren Stromausfall auch die Heizung ausfällt, ist es meist keine gute Idee, die gesamte Wohnung warm halten zu wollen. Viel sinnvoller ist es, schon vorher einen Raum auszuwählen, der im Notfall zur Wärmeinsel für alle Bewohner wird. Ein kleiner, möglichst innenliegender Raum mit wenigen Außenwänden und wenig Fensterfläche verliert deutlich langsamer Wärme als ein großes Wohnzimmer mit Glasfront.
Prüfe zuerst, welcher Raum geeignet ist. Schlafzimmer, Arbeitszimmer oder ein kleiner Wohnraum können besser sein als Küche oder Flur. Der Raum sollte genügend Platz für alle Personen, Schlafsäcke, Wasser und wichtige Ausrüstung haben. Räume mit offenen Treppenhäusern, großen Fensterflächen oder vielen Außentüren sind ungünstig, weil warme Luft dort schnell entweicht.
Bereite einfache Materialien vor, mit denen du Wärmeverluste reduzieren kannst. Dazu gehören schwere Vorhänge, zusätzliche Decken, Teppiche, Zugluftstopper und notfalls zusammengerollte Handtücher für Türspalten. Fenster dürfen nicht dauerhaft luftdicht mit ungeeigneten Materialien verschlossen werden, aber nachts helfen geschlossene Vorhänge oder Decken vor kalten Glasflächen. Tagsüber kann Sonnenlicht genutzt werden, wenn es draußen sonnig und wärmer ist.
Konzentriert sich die Familie in einem Raum, tragen Körperwärme, Kleidung und Textilien dazu bei, die Temperatur länger erträglich zu halten. Mehrere dünne Kleidungsschichten funktionieren meist besser als eine einzelne sehr dicke Schicht. Mütze, warme Socken und trockene Kleidung sind besonders wichtig. Schlafsäcke und Decken sollten nicht erst gesucht werden, wenn die Wohnung bereits ausgekühlt ist.
Lege ein einfaches Thermometer in den vorgesehenen Raum. Es hilft dabei, nicht nur nach Gefühl zu entscheiden. Sinkt die Temperatur deutlich und gehören ältere Menschen, Babys oder gesundheitlich gefährdete Personen zum Haushalt, sollte ein Ausweichplan bereitstehen. Das kann ein beheiztes Haus von Verwandten, eine kommunale Notunterkunft oder ein anderer offiziell empfohlener Ort sein.
Sehr wichtig ist die Sicherheit beim Heizen. Verwende niemals einen Generator, Holzkohlegrill, Campingkocher oder andere nicht dafür zugelassene Verbrennungsgeräte in Wohnung, Keller, Garage oder einem geschlossenen Raum. Kohlenmonoxid ist unsichtbar und geruchlos und kann tödlich sein. Auch ein Gasherd oder Backofen ist kein Ersatz für eine Raumheizung. Offizielle Sicherheitsstellen wie CDC und CPSC warnen ausdrücklich vor diesen Methoden.
Wenn ein zugelassenes Heizgerät verwendet wird, müssen Herstellerangaben, Abstände zu brennbaren Materialien und notwendige Belüftung eingehalten werden. Ein batteriebetriebener Kohlenmonoxidmelder ist bei jeder möglichen Verbrennungsquelle eine wichtige zusätzliche Sicherheitsstufe. Kerzen sind ebenfalls keine gute Heizquelle und erhöhen die Brandgefahr.
Zur Wärmeinsel gehören außerdem Dinge, die unnötige Wege vermeiden. Stelle Wasser, Medikamente, Taschenlampen, Radio, Powerbanks und etwas Essen in Reichweite. So müssen Türen nicht ständig geöffnet und kalte Räume durchquert werden. Der Kühlschrank sollte trotzdem geschlossen bleiben, damit seine Kälte möglichst lange erhalten bleibt.
Teste den Plan einmal an einem normalen kalten Abend. Drehe die Heizung nicht gefährlich weit herunter, sondern beobachte einfach, wie sich der ausgewählte Raum verhält, wo Zugluft entsteht und ob alle Schlafplätze funktionieren. Dabei erkennst du schnell, ob Vorhänge fehlen, der Türspalt groß ist oder wichtige Ausrüstung keinen festen Platz hat.
Eine Wärmeinsel ersetzt keine funktionierende Heizung und ist keine Lösung für tagelange extreme Kälte. Sie kann aber wertvolle Zeit schaffen. Der wichtigste Grundsatz lautet: Wärme konzentrieren, sicher bleiben und rechtzeitig ausweichen, bevor Kälte zum Gesundheitsrisiko wird.
Ratgeber
Allgemein
13.09.2026
Blackout im Winter: So richtest du einen sicheren warmen Raum ein
Wenn bei einem Winter-Blackout auch die Heizung ausfällt, ist ein kleiner vorbereiteter Wärmeraum effizienter als die ganze Wohnung. Entscheidend sind Dämmung, Kleidung und sichere Heizmethoden.