Ein kräftiger und ungewöhnlich langsam ziehender Nor’easter hat am Sonntag, dem 27. September 2026, die US-Nordostküste von New Jersey bis Neuengland getroffen. Der Sturm brachte starken Wind, anhaltenden Regen, gefährliche Brandung und mehrere Hochwasserzyklen. Nach Angaben von PowerOutage.us waren zeitweise deutlich mehr als 100.000 Stromanschlüsse im Nordosten und im mittleren Atlantikraum ohne Versorgung; am Sonntagmorgen lag die Zahl laut Associated Press bei mehr als 130.000. Besonders viele Ausfälle wurden entlang der Küste von New Jersey bis Connecticut sowie auf Long Island gemeldet.
Die Kombination aus aufgeweichten Böden und kräftigen Windböen ließ Bäume und Äste auf Stromleitungen stürzen. Auf Long Island wurden Häuser beschädigt und Strommasten umgerissen. Gleichzeitig drückte die Brandung Wasser in tiefer liegende Küstenorte. In Sea Bright in New Jersey brachte praktisch jede Flut neue Überschwemmungen. In Teilen von New Jersey waren seit Freitag mehr als zehn Zentimeter Regen gefallen. Die hohe Tide verschärfte die Situation zusätzlich und erschwerte sowohl den Zugang zu Gebäuden als auch Reparaturarbeiten.
Der Sturm beeinträchtigte nicht nur die Stromversorgung. Zahlreiche Flüge entlang der Ostküste wurden gestrichen oder verspätet. Am Boston Logan International Airport waren bis zum späten Sonntagvormittag mehr als 250 Flüge annulliert, während Windböen Geschwindigkeiten von rund 64 Kilometern pro Stunde erreichten. Der National Weather Service erwartete, dass das System in der Nacht zum Montag allmählich schwächer wird. Lokale Behörden warnten jedoch davor, dass weitere Hochwasser bei späteren Flutzyklen möglich bleiben.
Für die Blackout-Vorsorge ist dieses Ereignis besonders lehrreich, weil der Ausfall nicht durch einen einzelnen Defekt im Stromnetz entstand. Mehrere Belastungen wirkten gleichzeitig: Wind beschädigte Freileitungen, umgestürzte Bäume blockierten Straßen, Wasser erschwerte den Zugang zu Anlagen und die Reparatur musste unter gefährlichen Wetterbedingungen erfolgen. Selbst wenn das überregionale Netz stabil bleibt, können solche Schäden tausende Haushalte für Stunden oder länger vom Strom trennen.
Bei einem sturmbedingten Stromausfall entstehen außerdem zusätzliche Gefahren. Heruntergerissene Leitungen können weiterhin unter Spannung stehen. Überflutete Keller oder Straßen können elektrische Risiken verbergen. Generatoren dürfen wegen der Gefahr durch Kohlenmonoxid niemals in Garagen, Kellern oder anderen geschlossenen Bereichen betrieben werden. Gleichzeitig können Mobilfunk, Internet, Kühlung, elektrische Tore, Pumpen und medizinische Hilfsmittel ausfallen oder nur noch so lange funktionieren, wie Akkus reichen.
Die wichtigste Konsequenz für Haushalte lautet deshalb: Schlechtwetterwarnungen sind ein Zeitfenster für Vorbereitung. Mobiltelefone und Powerbanks sollten vor dem Sturm geladen, Taschenlampen griffbereit gelegt und Trinkwasser, Medikamente sowie haltbare Lebensmittel kontrolliert werden. Wer in einem Gebiet mit Freileitungen, großen Bäumen oder möglicher Küstenüberflutung lebt, sollte zusätzlich einen sicheren Innenraum bestimmen und wissen, wie er Behördenwarnungen auch ohne Internet empfangen kann.
Am Montagmorgen gingen die Auswirkungen vielerorts zurück, doch die Reparaturen liefen weiter und einzelne Regionen blieben noch beeinträchtigt. Das Ereignis zeigt, dass ein Blackout nicht immer großflächig und gleichzeitig beginnen muss. Ein Sturm kann viele lokale Schäden erzeugen, deren Behebung schrittweise erfolgt. Für private Vorsorge ist daher nicht nur die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls entscheidend, sondern vor allem die Fähigkeit, mehrere Stunden oder einige Tage ohne normale Stromversorgung sicher zu überbrücken.
Auch nach der Rückkehr des Stroms sollten beschädigte Leitungen, feuchte Elektrogeräte und überflutete Installationen nur von Fachleuten geprüft werden.
Quellen: Associated Press, PowerOutage.us und National Weather Service. Stand: 28. September 2026.
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28.09.2026
Nor’easter: Mehr als 130.000 Stromausfälle an der US-Nordostküste
Ein langsam ziehender Nor’easter hat von New Jersey bis Neuengland Überflutungen, Sturmschäden und mehr als 130.000 Stromausfälle verursacht.