Aktuelles Allgemein 17.08.2026

Sturm Lala trifft Hawaiis Stromnetz: zeitweise über 250.000 Kunden ohne Strom

Tropensturm Lala beschädigt Übertragungsleitungen auf Oʻahu, Maui und Hawaiʻi Island. Zeitweise sind über 250.900 Kunden ohne Strom, Reparaturen werden durch Überschwemmungen und schwieriges Gelände gebremst.

Sturm Lala trifft Hawaiis Stromnetz: zeitweise über 250.000 Kunden ohne Strom
Hawaii kämpft nach Tropensturm Lala mit massiven Schäden am Stromnetz. Am Sonntag, dem 16. August 2026, zogen starke Winde und heftige Regenfälle über die Inselgruppe. Der Sturm passierte die Inseln südlich, hinterließ aber dennoch überflutete Straßen, umgestürzte Bäume, beschädigte Leitungen und großflächige Stromausfälle auf Oʻahu, Maui und Hawaiʻi Island.

Das Ausmaß wurde im Laufe des Tages besonders deutlich. Hawaiian Electric meldete am Sonntagmittag mehr als 250.900 Kunden ohne Strom. Obwohl die Reparaturmannschaften vielerorts schnell vorankamen und bis zum Nachmittag bereits fast 180.000 Kunden wieder versorgt werden konnten, waren um 19 Uhr noch rund 178.400 Anschlüsse ohne Elektrizität. Davon entfielen etwa 126.500 auf Oʻahu, rund 44.900 auf Hawaiʻi Island und ungefähr 7.000 auf Maui County.

Die Zahlen zeigen, wie dynamisch ein großer wetterbedingter Stromausfall sein kann. Während in einem Gebiet Leitungen wieder zugeschaltet werden, können an anderer Stelle durch Wind, Bäume oder instabilen Boden neue Schäden entstehen. Hawaiian Electric betonte deshalb, dass die gemeldeten Kundenzahlen immer nur eine Momentaufnahme darstellen.

Besonders problematisch sind Schäden an den großen Übertragungsleitungen. Mehrere dieser Leitungen wurden durch Lala auf Hawaiʻi Island, Maui und Oʻahu beeinträchtigt. Sie bilden das Rückgrat des Stromsystems und verbinden Kraftwerke und andere Erzeugungsanlagen mit den Gemeinden. Solange wichtige Übertragungsverbindungen nicht wieder funktionieren, können einzelne Verteilnetze oft nicht vollständig versorgt werden.

Die Reparaturen werden zusätzlich durch das Gelände erschwert. Überschwemmungen, entwurzelte Bäume, Schlamm, Geröll und instabiler Boden machen einige Bereiche nur schwer erreichbar. Manche Leitungen führen durch abgelegene oder bergige Regionen. Hawaiian Electric setzte deshalb Hubschrauber und Drohnen für Schadensinspektionen ein. In einzelnen Bereichen müssen Techniker Leitungen sogar zu Fuß erreichen, sobald Wetter und Bodenverhältnisse dies zulassen.

Auf Hawaiʻi Island wurden bis Sonntagabend drei wichtige Übertragungsleitungen repariert. Trotzdem blieben vor allem in Puna, North Kona und South Kohala zehntausende Kunden ohne Strom. Bewohner besonders stark beschädigter ländlicher Gebiete wurden darauf vorbereitet, dass die Ausfälle länger dauern können. Lokale Behörden meldeten zudem zerstörte Brücken, gesperrte Straßen und herabgerissene Leitungen, die die Wiederherstellung weiter erschweren.

Auch Oʻahu stand unter erheblichem Druck. Der Versorger bat Kunden, die noch Strom hatten, ihren Verbrauch zu reduzieren. Klimaanlagen sollten möglichst weniger genutzt, heiße Duschen, Wäsche, Geschirrspülen und größere Kochvorgänge verschoben werden. Ziel war es, während der angespannten Lage genügend verfügbare Erzeugung für das Netz zu sichern.

Unterstützung soll vom US-Festland kommen. Hawaiian Electric hat über ein gegenseitiges Hilfsnetzwerk zusätzliche Fachkräfte anderer Stromversorger angefordert. Rund 100 Mitarbeiter sollen nach Hawaii reisen und die Reparaturarbeiten unterstützen.

Der Vorfall zeigt, dass bei Naturereignissen nicht nur einzelne Strommasten ausfallen. Werden gleichzeitig Übertragungsleitungen, Straßen und Zugänge beschädigt, kann die Wiederherstellung selbst dann lange dauern, wenn ausreichend Personal vorhanden ist.

Für Haushalte ist deshalb besonders wichtig, sich nicht nur auf einen kurzen Stromausfall vorzubereiten. Trinkwasser, Licht, Powerbanks, Batterieradio, Medikamente und Lebensmittel sollten so geplant sein, dass auch mehrere Tage ohne zuverlässigen Netzstrom überbrückt werden können. Herabgerissene Stromleitungen müssen außerdem immer als möglicherweise unter Spannung stehend behandelt und mit großem Abstand gemieden werden.

Quellen: Hawaiian Electric, 16. August 2026; Big Island Now, 16. August 2026; Honolulu Civil Beat, 16. August 2026; Global News, 16. August 2026.