Ein Stromausfall verändert nicht nur die Wohnung, sondern auch den Verkehr. Fallen Ampeln, Straßenbeleuchtung und elektronische Hinweistafeln aus, werden bekannte Wege plötzlich langsamer und gefährlicher. Besonders nach Sturmereignissen kommen zusätzlich umgestürzte Bäume, herunterhängende Leitungen, gesperrte Straßen und Einsatzfahrzeuge hinzu. Deshalb gehört ein Verkehrsplan genauso zur Blackout-Vorsorge wie Taschenlampe und Powerbank.
Der wichtigste Grundsatz lautet: Fahre nur, wenn die Fahrt wirklich notwendig ist. Einkäufe, die noch einen Tag warten können, sollten warten. Jede unnötige Fahrt erhöht das Risiko an unübersichtlichen Kreuzungen und behindert unter Umständen Reparatur- oder Rettungsfahrzeuge. Wer zuhause sicher ist, bleibt dort meist besser, bis sich die Lage stabilisiert.
Prüfe vor einer notwendigen Fahrt zuerst lokale Informationen. Stadt, Polizei, Feuerwehr und Netzbetreiber veröffentlichen oft Hinweise zu gesperrten Straßen, beschädigten Leitungen und Bereichen mit besonders vielen Ausfällen. Speichere wichtige Seiten und Telefonnummern schon vorher. Bei schlechter Mobilfunkverbindung helfen ein batteriebetriebenes Radio und lokale Verkehrsdurchsagen.
An einer ausgefallenen Ampel musst du besonders vorsichtig sein. In vielen Ländern wird eine Kreuzung ohne Signalregelung sinngemäß wie eine Kreuzung mit Stoppschildern behandelt, doch die genauen Verkehrsregeln unterscheiden sich. Deshalb sollte man die lokale Regel kennen und niemals einfach davon ausgehen, dass die anderen Fahrer korrekt reagieren. Geschwindigkeit reduzieren, früh bremsen, Blickkontakt suchen und defensiv fahren sind wichtiger als das eigene Vorfahrtsgefühl.
Halte großen Abstand zu herunterhängenden oder am Boden liegenden Leitungen. Fahre niemals über ein Kabel. Auch wenn es harmlos aussieht, kann es unter Spannung stehen oder mit einem beschädigten Stromkreis verbunden sein. Gleiches gilt für Wasseransammlungen in der Nähe beschädigter elektrischer Anlagen. Drehe um und wähle einen anderen Weg.
Plane zwei alternative Routen zu wichtigen Zielen: Arzt, Apotheke, Arbeitsplatz, Schule, Angehörige und nächstgelegene Notfallstelle. Die Alternativroute sollte nicht nur eine andere Straße sein, sondern möglichst einen anderen Korridor nutzen. Ein einziger umgestürzter Baum oder eine gesperrte Hauptkreuzung kann sonst beide Wege gleichzeitig blockieren.
Bewahre eine Papierkarte oder einen einfachen Ausdruck der Umgebung im Auto auf. Navigations-Apps sind hilfreich, aber bei überlastetem Mobilfunk, leerem Akku oder fehlender Datenverbindung nicht immer zuverlässig. Markiere wichtige Ziele, Treffpunkte und Ausweichrouten. Eine kleine Taschenlampe, Warnweste, Trinkwasser und ein Ladekabel gehören ebenfalls ins Fahrzeug.
Wenn Kinder oder Angehörige abgeholt werden müssen, vereinbart vorher klare Regeln. Wer fährt? Wohin genau? Was passiert, wenn die direkte Route blockiert ist? Mehrere Personen sollten nicht gleichzeitig losfahren, um sich gegenseitig zu suchen. Das verbraucht Treibstoff und erzeugt zusätzlichen Verkehr.
Nach Einbruch der Dunkelheit steigt das Risiko weiter, weil Straßenbeleuchtung fehlen kann. Wenn eine Fahrt nicht dringend ist, verschiebe sie auf Tageslicht. Fußgänger und Radfahrer sind bei dunklen Kreuzungen besonders schwer zu sehen.
Ein guter Verkehrsplan bei Stromausfall ist schlicht: notwendige Fahrten reduzieren, Alternativrouten kennen, defekte Ampeln defensiv behandeln, Leitungen meiden und Informationen offline verfügbar halten. Diese Vorbereitung spart nicht nur Zeit. Sie senkt das Risiko, dass aus einem Stromausfall zusätzlich ein Verkehrsunfall wird.
Kontrolliere außerdem, wie viel Treibstoff tatsächlich im Fahrzeug ist. Bei längeren Stromausfällen können Tankstellen nur eingeschränkt arbeiten, weil Pumpen und Kassensysteme ebenfalls Strom brauchen. Ein fast leerer Tank ist deshalb ein vermeidbares Zusatzproblem. Halte das Fahrzeug im Alltag möglichst nicht ständig im Reservebereich und lade ein Elektrofahrzeug bei angekündigtem Unwetter rechtzeitig. Der Sinn ist nicht, während einer Krise möglichst viel zu fahren, sondern im notwendigen Fall eine sichere Fahrt überhaupt durchführen zu können.
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31.08.2026
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