Ratgeber Allgemein 28.09.2026

Sturm-Blackout: Eine sichere Notfallstation im Haus vorbereiten

Bei Sturm und Stromausfall gleichzeitig zählt schnelle Orientierung. Eine feste Notfallstation bündelt Licht, Kommunikation, Wasser, Medikamente und Schutzausrüstung an einem sicheren Ort.

Sturm-Blackout: Eine sichere Notfallstation im Haus vorbereiten
Ein Stromausfall während eines schweren Sturms ist gefährlicher als ein gewöhnlicher Netzausfall. Dunkelheit, Wind, umstürzende Äste, eindringendes Wasser und beschädigte Leitungen können gleichzeitig auftreten. Deshalb ist es sinnvoll, schon vor dem Unwetter eine feste Notfallstation in einem sicheren Innenraum einzurichten. Dieser Platz soll alle Dinge enthalten, die in den ersten Stunden wirklich gebraucht werden, damit niemand bei Dunkelheit durch das Haus suchen muss.

Geeignet ist möglichst ein innenliegender Raum oder ein Bereich mit Abstand zu großen Fensterflächen. Wenn neben dem Haus hohe Bäume stehen, sollte der Raum nach Möglichkeit nicht direkt an der gefährdeten Außenseite liegen. Der Zugang muss frei bleiben. Lege dort mehrere Taschenlampen, Ersatzbatterien, ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio, geladene Powerbanks, Mobiltelefone, Trinkwasser, notwendige Medikamente, Erste-Hilfe-Material, feste Schuhe, Arbeitshandschuhe und eine Papierliste mit wichtigen Telefonnummern bereit. Eine einfache Straßenkarte kann ebenfalls sinnvoll sein, falls Navigation und Mobilfunk ausfallen.

Bereite die Station frühzeitig vor, nicht erst wenn der Wind bereits stark ist. Lade Akkus vollständig auf und kontrolliere, ob Taschenlampen funktionieren. Entferne lose Gegenstände von Balkon, Terrasse oder Garten, solange dies noch sicher möglich ist. Gartenmöbel, Blumentöpfe, Werkzeuge oder leichte Behälter können bei Sturm zu gefährlichen Geschossen werden. Fenster und Türen sollten geschlossen werden, Fluchtwege dürfen jedoch niemals blockiert sein.

Wenn der Strom ausfällt, nutze zuerst batteriebetriebene Beleuchtung. Kerzen sollten nicht die Hauptlichtquelle sein, weil offenes Feuer in einer unübersichtlichen Situation zusätzliche Brandgefahr bedeutet. Trage feste Schuhe, wenn Glasscherben, Äste oder andere Trümmer möglich sind. Kinder und Haustiere bleiben am besten in dem vorbereiteten Bereich. Kühlschrank und Gefrierschrank sollten möglichst geschlossen bleiben, damit Lebensmittel länger kalt bleiben.

Eine besonders wichtige Regel betrifft heruntergerissene Stromleitungen. Behandle jedes Kabel im Freien so, als würde es unter Spannung stehen. Halte großen Abstand, hindere andere Personen daran, sich zu nähern, und melde die Stelle dem Netzbetreiber oder den Einsatzkräften. Versuche niemals, ein Kabel mit einem Stock, Werkzeug, Fahrzeug oder anderen Gegenständen zu bewegen. Auch Wasser in der Nähe elektrischer Anlagen kann lebensgefährlich sein. Betritt einen überfluteten Keller nicht, solange nicht sicher geklärt ist, dass die elektrische Anlage spannungsfrei ist.

Wer einen Generator verwendet, betreibt ihn ausschließlich im Freien und mit deutlichem Abstand zu Türen, Fenstern und Lüftungsöffnungen. Kohlenmonoxid ist unsichtbar und geruchlos und kann sich in geschlossenen oder halb geschlossenen Bereichen sehr schnell gefährlich anreichern. Ein Generator gehört daher niemals in Garage, Keller, Hausflur oder geschlossenen Balkon. Beachte zusätzlich die Herstellerangaben zu Kabeln, Belastung und Kraftstoff.

Nach dem Sturm sollte niemand nur deshalb sofort hinausgehen, weil der Wind plötzlich nachlässt. Prüfe zunächst Warnmeldungen und Informationen der Behörden. Bäume können instabil sein, Straßen blockiert und Leitungen beschädigt bleiben. Erst wenn die Lage sicher ist, wird die Notfallstation wieder aufgefüllt: verbrauchtes Wasser ersetzen, Akkus laden, Batterien kontrollieren und Medikamente ergänzen.

Der größte Vorteil dieser einfachen Vorbereitung ist Ordnung. Im Ernstfall weiß jedes Haushaltsmitglied, wo Licht, Kommunikation, Wasser und wichtige Ausrüstung liegen. Eine gut vorbereitete Notfallstation ersetzt keine Evakuierung und keine behördlichen Anweisungen, sie reduziert aber unnötige Wege und Improvisation während der gefährlichsten Phase eines sturmbedingten Blackouts.

Prüfe den Platz mindestens zweimal im Jahr und zusätzlich vor jeder angekündigten schweren Wetterlage. So bleibt die Ausrüstung vollständig, erreichbar und einsatzbereit.