Bei einem Blackout denken viele zuerst an Taschenlampen, Powerbanks und Lebensmittel. Ein Sicherheitsbereich wird dabei leicht übersehen: Rauchmelder und Kohlenmonoxidmelder müssen auch dann funktionieren, wenn die Steckdose tot ist. Gerade während eines längeren Stromausfalls kann ihr Wert sogar steigen, weil Menschen häufiger mit Kerzen, Campingkochern, Gasgeräten, Kaminen oder Generatoren improvisieren.
Rauchmelder und Kohlenmonoxidmelder erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ein Rauchmelder warnt vor einem entstehenden Brand. Ein CO-Melder reagiert auf Kohlenmonoxid, ein farb- und geruchloses Gas, das bei unvollständiger Verbrennung entstehen kann. Man kann CO weder sehen noch riechen. Deshalb ersetzt ein Rauchmelder keinen CO-Melder und umgekehrt.
Prüfe zuerst, wie deine vorhandenen Melder mit Strom versorgt werden. Manche Geräte arbeiten ausschließlich mit Batterien, andere sind fest mit dem Hausstrom verbunden und besitzen zusätzlich eine Notstrombatterie. Für den Blackout ist entscheidend, dass diese Reserve tatsächlich vorhanden und funktionsfähig ist. Ein fest angeschlossener Melder ohne funktionierende Batterie kann bei einem Netzausfall seinen Schutz verlieren.
Teste Rauch- und CO-Melder regelmäßig über die vorgesehene Testtaste und beachte die Wartungs- und Austauschintervalle des Herstellers. Die NFPA empfiehlt, Rauchmelder regelmäßig zu testen und Rauchmelder spätestens nach der vorgesehenen Lebensdauer auszutauschen; bei vielen Geräten liegt diese bei etwa zehn Jahren. Auch CO-Melder haben eine begrenzte Lebensdauer, die je nach Modell unterschiedlich sein kann. Notiere das Austauschdatum direkt auf dem Gerät oder in deiner Notfallmappe.
Besonders wichtig wird der CO-Melder, sobald Geräte mit Verbrennung ins Spiel kommen. Generatoren gehören niemals in Wohnung, Keller oder Garage – auch nicht bei geöffneten Türen. Die CDC empfiehlt, tragbare Generatoren im Freien und mehr als 20 Fuß beziehungsweise rund sechs Meter von Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen entfernt zu betreiben. Holzkohlegrills und Campingkocher gehören ebenfalls nicht in geschlossene Räume. Ein CO-Melder ist zusätzliche Sicherheit, aber niemals eine Erlaubnis, solche Geräte innen zu verwenden.
Plane die Melder auch für Schlafbereiche. Ein Mensch kann Kohlenmonoxid nicht zuverlässig selbst bemerken, und Schlafende können vergiftet werden, bevor sie typische Beschwerden wahrnehmen. Wo genau Melder montiert werden sollen, hängt vom Gerät, Gebäude und den örtlichen Vorschriften ab. Halte dich deshalb an Herstellerangaben und lokale Brandschutzregeln statt an improvisierte Positionen.
Wenn ein CO-Melder Alarm auslöst, behandle das nicht als technische Störung. Verlasse den gefährdeten Bereich, bringe andere Personen und Haustiere ins Freie beziehungsweise an einen sicheren Ort und verständige die zuständigen Einsatzkräfte. Kehre erst zurück, wenn die Ursache geklärt und der Bereich freigegeben wurde. Bei Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schwäche, Brustschmerzen oder Verwirrtheit ist medizinische Hilfe besonders wichtig.
Bei einem Rauchalarm gilt ebenfalls: erst Sicherheit, dann Ursachenforschung. Verlasse das Gebäude bei möglichem Brand und gehe nicht zurück, um Geräte, Dokumente oder Vorräte zu retten. Entferne niemals Batterien aus einem Melder, nur weil er während eines Stromausfalls störend piept. Ein einzelnes regelmäßiges Signal kann auf eine schwache Batterie oder das Lebensende des Geräts hinweisen und sollte nach Herstelleranleitung geprüft werden.
Lege deshalb neben Taschenlampen und Ersatzbatterien auch die Melder in deinen Blackout-Check ein: Welche Geräte sind vorhanden? Welche besitzen Batterie-Backup? Wann wurden sie zuletzt getestet? Wann müssen sie ersetzt werden? Ein funktionierender Rauch- und CO-Schutz benötigt wenig Aufmerksamkeit, kann aber genau in jener Nacht entscheidend sein, in der das Stromnetz ausfällt und plötzlich ungewöhnliche Wärme-, Koch- oder Notstromlösungen verwendet werden.
Quellen und weiterführende Hinweise: Centers for Disease Control and Prevention (CDC) – What to Do to Protect Yourself During a Power Outage und Carbon Monoxide Poisoning Basics; National Fire Protection Association (NFPA) – Smoke Alarms und Carbon Monoxide Safety.
Ratgeber
Allgemein
12.08.2026
Die stillen Wächter im Blackout: Rauch- und CO-Melder müssen weiter funktionieren
Beim Stromausfall steigt durch Kerzen, Kocher oder Generatoren das Brand- und CO-Risiko. Prüfe deshalb, ob Rauch- und Kohlenmonoxidmelder auch ohne Netzstrom zuverlässig arbeiten.