Aktuelles Allgemein 23.09.2026

Philippinen: Visayas-Netz erneut auf Gelb – Kraftwerksausfälle drücken die Reserve

Im Visayas-Stromnetz der Philippinen gilt am 23. September erneut eine gelbe Warnstufe. Mehrere Kraftwerke fehlen, die Sicherheitsreserve ist zu klein.

Philippinen: Visayas-Netz erneut auf Gelb – Kraftwerksausfälle drücken die Reserve
Auf den zentralen Philippinen bleibt die Stromversorgung angespannt. Für das Visayas-Netz wurde am 23. September 2026 erneut eine gelbe Warnstufe ausgerufen. Nach Angaben der National Grid Corporation of the Philippines gilt sie von 17:00 bis 20:00 Uhr. Eine gelbe Warnstufe bedeutet nicht, dass bereits ein großflächiger Stromausfall läuft. Sie zeigt jedoch, dass die verfügbare Reserve unter dem vorgeschriebenen Sicherheitsniveau liegt und das Netz bei einem zusätzlichen Ausfall nur begrenzten Spielraum besitzt.

Für den Abend wurden rund 2.607 Megawatt verfügbare Leistung gemeldet, während die erwartete Spitzenlast bei etwa 2.418 Megawatt liegt. Die Differenz reicht zwar aus, um den normalen Verbrauch zu decken, genügt aber nicht für die vorgeschriebene Ausfallreserve. Genau diese Reserve soll einspringen, wenn kurzfristig ein weiteres Kraftwerk oder eine größere Erzeugungseinheit ausfällt. Fehlt sie, können zusätzliche Störungen schneller zu Lastabwürfen oder regionalen Abschaltungen führen.

Mehrere große Anlagen stehen gleichzeitig nicht vollständig zur Verfügung. Laut Netzbetreiber befinden sich unter anderem Block 1 von Therma Visayas, Block 3 der Panay Energy Development Corporation und Block 2 der Kepco SPC Power Corporation in Zwangsabschaltung. Insgesamt sind im September Erzeugungseinheiten von zwölf Kraftwerken nicht verfügbar. Weitere 19 Anlagen befinden sich teilweise schon seit früheren Jahren in Zwangsabschaltung. Zusätzlich arbeiten 16 Kraftwerke nur mit reduzierter Leistung. Dadurch fehlen dem Visayas-Netz insgesamt rund 886,5 Megawatt Erzeugungskapazität.

Die Lage ist nicht völlig neu. Schon in den vergangenen Tagen wurden für Visayas mehrfach gelbe und rote Warnstufen ausgegeben. Am 22. September führte der Ausfall eines weiteren Geothermieblocks zusammen mit hoher Nachfrage zeitweise zu einer roten Warnstufe. Bei Rot reicht die verfügbare Leistung nicht mehr aus, um Nachfrage und notwendige Regelreserven gleichzeitig sicher abzudecken. Solche wechselnden Warnstufen zeigen, wie schnell sich die Situation ändern kann, wenn einzelne Kraftwerksblöcke unerwartet ausfallen.

Das philippinische Energieministerium arbeitet deshalb an zusätzlichen Maßnahmen. Genannt wurden unter anderem schwimmende Kraftwerkskapazitäten sowie zusätzliche Batteriespeicher. Bereits Anfang September hatte das Ministerium erklärt, dass ausgefallene Erzeugungseinheiten schneller zurückkehren, Übertragungsengpässe behoben und zusätzliche Speicher für Spitzenzeiten bereitgestellt werden sollen.

Für private Haushalte ist vor allem die Bedeutung der Warnstufe wichtig. Gelb heißt nicht automatisch: Heute geht das Licht aus. Es heißt aber: Die Sicherheitsreserve ist kleiner als vorgesehen. Wer in einer betroffenen Region lebt, sollte deshalb offizielle Netzmeldungen verfolgen und die Stunden vor der Spitzenlast sinnvoll nutzen. Mobiltelefone, Powerbanks, Akkulampen und medizinisch wichtige Geräte sollten geladen sein. Wasser und einfache Lebensmittel sollten griffbereit stehen, besonders wenn Pumpen, Aufzüge oder Kartenzahlung von Strom abhängen.

Für Betriebe und Haushalte kann eine knappe Reserve sehr unterschiedliche Folgen haben. Selbst wenn keine flächendeckende Abschaltung angeordnet wird, können einzelne Versorger Lasten reduzieren oder lokale Unterbrechungen auftreten. Besonders empfindlich sind Kühlung, Wasserpumpen, Mobilfunk, Aufzüge und elektronische Zahlungssysteme. Deshalb ist nicht nur die Dauer eines möglichen Ausfalls entscheidend, sondern auch, wie kurzfristig er angekündigt wird.

Auch außerhalb der Philippinen ist der Fall lehrreich. Stromnetze können stabil wirken und trotzdem nur noch wenig Reserve besitzen. Ein einzelner zusätzlicher Defekt kann dann den Unterschied zwischen normalem Betrieb und kontrollierten Abschaltungen ausmachen. Warnstufen sind deshalb keine Panikmeldung, sondern ein Zeitfenster für vernünftige Vorbereitung.

Stand: 23. September 2026. Quellen: National Grid Corporation of the Philippines, Philippine News Agency und Department of Energy der Philippinen.