Auf der maltesischen Insel Gozo ist am Samstagabend, dem 29. August 2026, die Stromversorgung in den letzten betroffenen Ortschaften wieder angelaufen. Zuvor hatten zwei voneinander getrennte Fehler an unterirdischen 33-kV-Hochspannungskabeln große Teile der Insel seit Freitagabend ohne Strom gelassen. Nach Angaben von Enemalta dauerte die Störung für manche Haushalte mehr als 24 Stunden; die zuständige Ministerin sprach nach Abschluss der Reparaturen von schwierigen 26 Stunden.
Der erste Fehler wurde in Xewkija lokalisiert. Spezialteams arbeiteten durch die Nacht, legten den beschädigten Kabelabschnitt frei und reparierten ihn bis Samstagnachmittag. Danach konnte ein Teil der Versorgung schrittweise wiederhergestellt werden. Ein zweiter Schaden lag auf der Kabelroute bei Comino. Dafür mussten Ausrüstung und Personal zur Insel transportiert, der Bereich aufgegraben und das Hochspannungskabel nach der Reparatur geprüft werden, bevor es wieder sicher zugeschaltet werden konnte.
Während der Arbeiten verteilte Enemalta die verfügbare elektrische Leistung auf unterschiedliche Gebiete und setzte mobile Generatoren an Umspannstationen ein. Das führte dazu, dass manche Ortschaften zeitweise wieder Strom hatten und später erneut unterbrochen wurden. Erst am späten Samstagabend meldete Enemalta, dass auch der zweite Fehler behoben sei und die Versorgung in den verbliebenen Gebieten wiederhergestellt werde.
Besonders lehrreich war die Kettenreaktion außerhalb des Stromnetzes. Die drei maltesischen Telekommunikationsanbieter meldeten Störungen bei Mobilfunk, SMS und mobilen Daten. Ihre Funkstandorte verfügen zwar über Batterien und teilweise mobile Generatoren, doch diese Reserven sind für begrenzte Zeit ausgelegt. GO erklärte, dass die Batterien an manchen Standorten kürzere Ausfälle überbrücken und bei einer Unterbrechung von mehr als zwölf Stunden erschöpft sein können. Melita sprach von rund sechs Stunden Batteriereserve an einzelnen Standorten. Auch Epic berichtete, dass Notfallmaßnahmen wegen der ungewöhnlich langen Dauer an Grenzen stießen.
Damit zeigte sich ein typischer Dominoeffekt: Fällt der Strom lange genug aus, werden auch Kommunikationssysteme schwächer. Für Bewohner bedeutet das nicht nur Dunkelheit und Hitze, sondern möglicherweise auch schlechtere Erreichbarkeit von Angehörigen, eingeschränkte Datenverbindungen und Probleme, aktuelle Informationen abzurufen. Gerade auf Gozo fiel der Ausfall zudem in eine Hitzeperiode mit hoher Stromnachfrage. Enemalta hatte für Malta in diesem Sommer Spitzenwerte von etwa 680 bis 700 Megawatt genannt.
Hotels, Gästehäuser, Restaurants und kleine Betriebe waren ebenfalls betroffen. Einige Unternehmen konnten ohne Generator nicht arbeiten, Lebensmittel mussten teilweise entsorgt werden, und Gäste fragten nach Informationen, die Betreiber wegen schwacher Kommunikation selbst nur schwer erhielten. Die Gozo Tourism Association forderte anschließend eine Aufarbeitung der Auswirkungen und bessere Vorsorge für den Tourismussektor.
Der Vorfall war kein landesweiter Zusammenbruch des maltesischen Stromsystems. Er zeigt aber besonders deutlich, wie zwei technische Fehler an wichtigen Versorgungsleitungen eine ganze Insel über viele Stunden beeinträchtigen und nachgelagerte Infrastruktur mitreißen können. Für Haushalte ist deshalb nicht nur eine Stromreserve wichtig, sondern auch ein Plan für den Moment, in dem Mobilfunk und Internet nach mehreren Stunden ebenfalls unzuverlässig werden.
Quellen: Enemalta, Times of Malta und MaltaToday, Meldungen und Aktualisierungen vom 29. August 2026.
Zusätzlich zeigt Gozo, warum offizielle Informationen möglichst früh gespeichert werden sollten. Wenn Mobilfunk später schwächer wird, helfen bereits bekannte Notfallnummern, lokale Radiofrequenzen und vereinbarte Treffpunkte. Wer erst nach vielen Stunden beginnt, all diese Informationen online zu suchen, kann genau dann ohne Verbindung dastehen, wenn sie am dringendsten gebraucht werden.
Aktuelles
Allgemein
30.08.2026
Gozo nach 26 Stunden wieder am Netz: Zwei 33-kV-Kabelfehler legten große Teile der Insel lahm
Zwei Fehler an unterirdischen 33-kV-Kabeln haben große Teile Gozos über mehr als einen Tag ohne Strom gelassen. Mit der Dauer fielen auch Mobilfunk-Notreserven aus.