Aktuelles Allgemein 20.08.2026

Ghana erneut im Dunkeln: Leitungsfehler löst Kettenreaktion im Stromnetz aus

Ein schwerer Fehler auf der Akosombo–Volta-Leitung hat am 20. August Teile Ghanas vom Strom getrennt. Schutzsysteme schalteten Kraftwerke automatisch ab.

Ghana erneut im Dunkeln: Leitungsfehler löst Kettenreaktion im Stromnetz aus
Ghana hat am Donnerstagmorgen erneut einen schweren Stromausfall erlebt. Gegen 4:30 Uhr Ortszeit kam es laut Ghana Grid Company Limited, GRIDCo, zu einem größeren Fehler auf der Akosombo–Volta-Übertragungsleitung. Die Störung traf das nationale Verbundnetz und führte rasch zu Stromunterbrechungen in verschiedenen Landesteilen.

Nicht nur der Leitungsfehler selbst war entscheidend. Die Schutzsysteme reagierten automatisch und trennten die Erzeugungseinheiten des Wasserkraftwerks Akosombo sowie einige thermische Kraftwerke vom Netz. Diese Abschaltungen sollen Anlagen und das gesamte Übertragungssystem vor größeren Schäden schützen. Gleichzeitig kann dadurch in Sekunden ein beträchtlicher Teil der verfügbaren Erzeugung wegfallen.

GRIDCo begann unmittelbar danach, die betroffene Leitung zu isolieren und das Netz kontrolliert wieder aufzubauen. Einige Gebiete konnten schon am Morgen wieder versorgt werden, während die Wiederherstellung andernorts weiterlief. Dabei müssen Spannung und Frequenz stabil gehalten werden; zu viel Last auf einmal kann ein bereits geschwächtes Netz erneut destabilisieren.

Besonders auffällig ist, dass Ghana bereits am 29. Juli 2026 eine ähnliche schwere Netzstörung erlebt hatte. Damit ist dies der zweite größere Vorfall innerhalb weniger Wochen. Der aktuelle Fall zeigt, wie kritisch einzelne Hochspannungsverbindungen für die Stabilität eines gesamten Landesnetzes sein können.

Für Haushalte sind die Folgen unmittelbar: Licht, Kühlschrank, Wasserpumpen, Internet, Mobilfunk, Zahlungssysteme und Betriebe hängen von stabiler Stromversorgung ab. Der Vorfall zeigt zugleich, warum Schutzsysteme notwendig sind und trotzdem großflächige Unterbrechungen auslösen können. Private Vorsorge sollte daher nicht nur auf tagelange Blackouts ausgerichtet sein. Schon mehrere Stunden ohne Strom können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Geladene Powerbanks, Taschenlampen, Trinkwasser, ein Batterieradio und ein Plan für Kommunikation und Kühlung schaffen eine wichtige Reserve.

Quellen: Graphic Online, 20.08.2026; Citi Newsroom, 20.08.2026.

https://www.graphic.com.gh/news/general-news/gridco-on-why-there-is-a-second-nationwide-electric-power-outage.html
https://www.citinewsroom.com/2026/08/gridco-blames-nationwide-power-outage-on-faulty-akosombo-volta-transmission-line/