Mitten in der Nacht gehen in Dortmund-Kirchlinde plötzlich die Lichter aus – und der Grund klingt zunächst beinahe unglaublich. Unbekannte Kupferdiebe haben in einem alten, leerstehenden Werksgebäude einen Schalter umgelegt, offenbar um anschließend Kabel stehlen zu können. Die Manipulation hatte Folgen für einen ganzen Stadtteil: Rund 900 Haushalte waren in der Nacht zum Donnerstag, dem 13. August 2026, ungefähr zwei Stunden lang ohne Strom.
Nach Angaben eines Polizeisprechers verschafften sich die Täter Zugang zu dem ungenutzten Gebäude in Kirchlinde. Dort betätigten sie einen Schalter, um in einem angrenzenden Bereich Kabel entwenden zu können. Was für die Diebe offenbar nur Teil ihres Beutezugs war, kappte die Stromversorgung für Hunderte Wohnungen. Der Dortmunder Energieversorger DEW21 bestätigte den Ausfall und die Dauer von rund zwei Stunden.
Für die betroffenen Bewohner dürfte der Stromausfall völlig unerwartet gekommen sein. Gerade nachts zeigt sich schnell, wie abhängig ein Haushalt von einer stabilen Versorgung ist. Beleuchtung, Kühlschränke, Internetrouter und Ladegeräte stehen still. Elektrische Rollläden, Garagentore oder medizinische Hilfsmittel können ebenfalls betroffen sein. Wer auf einen Wecker am Stromnetz vertraut oder sein Mobiltelefon nur noch mit wenig Akkuladung neben dem Bett liegen hat, merkt plötzlich, wie unangenehm selbst ein vergleichsweise kurzer Ausfall werden kann.
Besonders brisant ist die Ursache. Hier war weder ein Sturm noch ein technischer Defekt der unmittelbare Auslöser, sondern offenbar eine vorsätzliche Handlung im Zusammenhang mit Metalldiebstahl. Kupfer ist für Täter attraktiv, weil sich Leitungen und Kabel als Altmetall verkaufen lassen. Gleichzeitig kann ein Eingriff in elektrische Anlagen weit größere Folgen auslösen als den eigentlichen Sachschaden. Schaltanlagen und Leitungen sind Teil eines miteinander verbundenen Netzes; wer daran unbefugt manipuliert, gefährdet nicht nur die Versorgung, sondern kann sich auch selbst in Lebensgefahr bringen.
Für Netzbetreiber bedeutet ein solcher Vorfall zusätzliche Arbeit. Zunächst muss geklärt werden, warum ein Bereich ausgefallen ist und ob eine beschädigte oder manipulierte Anlage sicher wieder zugeschaltet werden kann. Erst danach lässt sich die Versorgung stabil wiederherstellen. In Kirchlinde gelang dies nach Angaben von DEW21 nach etwa zwei Stunden. Die Täter waren am Donnerstagmorgen allerdings noch nicht gefasst.
Der Fall fällt zudem in eine Woche, in der Dortmund bereits einen weiteren größeren Stromausfall erlebt hatte. Am Samstag zuvor waren nach Angaben von DEW21 rund 1.200 Haushalte und Teile der Innenstadt zeitweise ohne Elektrizität. Damals war ein defektes Versorgungskabel die Ursache. Beide Ereignisse stehen nicht miteinander in Verbindung, zeigen aber, wie unterschiedlich die Gründe für einen Stromausfall sein können: einmal technische Störung, wenige Tage später offenbar Kriminalität.
Für die Bevölkerung ist das eine unangenehme Erinnerung daran, dass Strom nicht nur bei großen Blackouts ausfallen kann. Auch ein einzelner Eingriff an der falschen Stelle reicht aus, um Hunderte Haushalte gleichzeitig vom Netz zu trennen. Taschenlampen, geladene Powerbanks und eine kleine Reserve für wichtige Geräte sind deshalb auch bei kurzen regionalen Ausfällen sinnvoll. In Dortmund bleibt nun die Polizei gefragt: Sie sucht nach den bislang unbekannten Kupferdieben, deren nächtlicher Beutezug 900 Haushalte für zwei Stunden ins Dunkel geschickt hat.
Quelle: dpa, 13. August 2026, unter Berufung auf Polizei Dortmund und DEW21; WELT, „Kupferdiebe knipsen 900 Haushalten den Strom aus“, 13. August 2026; Süddeutsche Zeitung, 13. August 2026; WDR, “Stromausfall legt Dortmunder Innenstadt lahm”, 10 August 2026.
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13.08.2026
Kupferdiebe schalten 900 Haushalten den Strom ab
Mitten in der Nacht fällt in Dortmund-Kirchlinde bei rund 900 Haushalten der Strom aus. Der überraschende Grund: Unbekannte manipulieren eine Anlage, um Kupferkabel zu stehlen.