Ratgeber Allgemein 08.09.2026

Blackout im Aufzug: So verhältst du dich richtig – und so vermeidest du das Risiko

Bei einem Stromausfall bleibt ein Aufzug häufig zwischen Etagen stehen. Nicht selbst Türen aufdrücken oder hinausklettern: Alarm auslösen, ruhig bleiben, kommunizieren und auf geschulte Hilfe warten.

Blackout im Aufzug: So verhältst du dich richtig – und so vermeidest du das Risiko
Ein Stromausfall im Aufzug ist unangenehm, aber in den meisten Fällen nicht automatisch lebensgefährlich. Moderne Aufzüge besitzen Sicherheitssysteme, die die Kabine bei einem Stromverlust stoppen. Das größte Risiko entsteht oft dann, wenn eingeschlossene Personen selbst versuchen, Türen aufzudrücken oder aus einer Kabine zu klettern, die zwischen zwei Etagen steht. Genau das sollte man vermeiden.

Wenn der Aufzug stehen bleibt, drücke zuerst die Alarm- oder Notruftaste. Viele Anlagen haben eine direkte Sprechverbindung zu einer Notrufzentrale oder zum Gebäudedienst. Beschreibe ruhig, wo du bist, wie viele Personen in der Kabine sind und ob jemand gesundheitliche Probleme hat. Wenn die Verbindung nicht funktioniert und Mobilfunk verfügbar ist, rufe die lokale Notrufnummer oder eine bekannte Gebäudenummer an.

Versuche nicht, die Kabinentür oder die Schachttür mit Gewalt zu öffnen. Selbst wenn sich ein Spalt zeigt, kann die Kabine außerhalb einer Etage stehen. Eigenmächtiges Aussteigen in einen offenen Schacht ist erheblich gefährlicher als das Warten in der Kabine. Auch Springen oder starkes Bewegen mehrerer Personen bringt keinen Vorteil. Bleib möglichst ruhig und bewege dich normal.

Ein Aufzug ist nicht luftdicht. Auch bei einem längeren Stillstand geht der Sauerstoff nicht plötzlich aus. Diese Information kann helfen, Panik zu vermeiden. Wer mit Kindern, älteren Menschen oder Personen mit Angststörungen unterwegs ist, sollte ruhig sprechen, erklären, dass Hilfe verständigt wurde, und unnötige Bewegungen vermeiden. Bei medizinischen Problemen muss dies der Notrufzentrale sofort mitgeteilt werden.

Nutze das Telefon sparsam. Bei einem größeren Blackout können Mobilfunknetze überlastet sein. Eine kurze Nachricht an Angehörige ist sinnvoller als viele lange Telefonate. Teile mit, wo du bist und dass Hilfe angefordert wurde. Danach solltest du Akku sparen. Die Taschenlampe des Smartphones nur benutzen, wenn sie wirklich benötigt wird.

Noch besser ist es, die Situation möglichst zu vermeiden. Wenn das Licht flackert, es bereits kurze Stromunterbrechungen gibt oder Behörden vor Netzproblemen warnen, benutze nach Möglichkeit die Treppe. Das gilt besonders in hohen Wohnhäusern, Hotels und Bürogebäuden. Wer regelmäßig einen Aufzug benötigt, sollte wissen, ob das Gebäude eine Notstromversorgung oder automatische Evakuierungsfunktion besitzt.

Menschen mit eingeschränkter Mobilität brauchen einen eigenen Plan. Prüfe mit Hausverwaltung, Hotel oder Arbeitgeber, welche Hilfe bei einem Stromausfall vorgesehen ist und wo sichere Wartebereiche liegen. Ein Treppenhaus ist nicht für jede Person ohne Unterstützung nutzbar. Deshalb sollte die Lösung vor dem Notfall geklärt werden und nicht erst dann, wenn der Aufzug bereits steht.

Auch für Angehörige außerhalb der Kabine gilt: Aufzugtüren nicht selbst aufbrechen. Informiere Hausverwaltung, Aufzugsdienst oder Feuerwehr und halte den Zugang frei. Geschulte Techniker können die Anlage sichern und die Kabine kontrolliert auf eine Etage bringen oder die Personen fachgerecht befreien.

Nach der Befreiung sollte der Aufzug nicht sofort wieder benutzt werden, nur weil das Licht zurück ist. Warte, bis Betreiber oder Fachpersonal die Anlage freigegeben haben. Bei instabiler Stromversorgung kann ein erneuter Ausfall folgen.

Ein kleiner Merksatz reicht: Alarmieren, kommunizieren, ruhig bleiben, nicht selbst aussteigen. Wer zusätzlich bei erkennbar instabiler Stromversorgung auf die Treppe ausweicht, reduziert das Risiko deutlich.

Notiere in häufig genutzten Gebäuden die Nummer von Hausverwaltung oder Aufzugsdienst offline im Telefon. Im Ernstfall spart das Zeit, besonders wenn ein Aufkleber in der Kabine schlecht lesbar ist oder die Beleuchtung ausgefallen ist.